Häufige Fragen und Antworten

Warum heißt Ihr erster Roman "Hexenliebe"?

Da es schon viele Bücher über Hexenverfolgung gibt, suchte ich nach einem Titel, der drei Voraussetzungen erfüllt:

kurz und einprägsam

das Wort "Hexe" soll auftauchen, damit jeder weiß, worum es geht

der Titel soll ein Motiv des Romans aufgreifen.

Eines Morgens schoss mir durch den Kopf, wie schade es ist, dass ich das Buch nicht "Die Liebe in Zeiten des Hexenwahns" nennen kann, da ich dann arg von Gabriel Garcia Màrquez "Liebe in Zeiten der Cholera" geklaut hätte. Und daraus entstand dann "Hexenliebe".

Der Arbeitstitel wurde weder von meiner Agentur noch von Knaur je in Frage gestellt.

Warum "Hexenliebe"? Ihre selbstlose Liebe zu den Menschen bringt eine meiner wichtigsten Figuren schließlich als Hexe auf den Scheiterhaufen, ungeachtet all dessen, was sie für viele ihrer Mitbürger getan hat.

Auch sonst finden Sie Liebe als Hintergrundmotiv in vielen Varianten: selbstlose und selbstsüchtige Liebe, verzichtende und im Wortsinn "mörderische" Liebe und und und...

Mehr möchte ich an dieser Stelle nicht verraten, machen Sie sich Ihr eigenes Bild!

Wann schreiben Sie neben Ihrem anstrengenden Beruf als Unternehmensberaterin noch solche komplexen Romane?

Schreiben ist für mich „Urlaub im Kopf“, wie es die Schriftstellerin Nele Neuhaus einmal ausgedrückt hat. Vor einigen Jahren steuerte ich ziemlich nahe auf einen Burnout zu. Im Zuge meiner Selbstreflexion darüber, was mir in meinem Leben eigentlich wichtig ist, beschloss ich, meinen Lebenstraum zu erfüllen und einen Historischen Roman zu schreiben. Den Plot von „Hexenliebe“ hatte ich damals schon gefunden. Und siehe da, es hat geklappt.

Ist „Hexenliebe“ Ihr erstes Buch?

Nein. Wie einige andere Schriftsteller, die Historische Romane schreiben, habe auch ich mich als erstes an einem Thriller versucht. Er heißt „Kinderjäger“ und erschien 2008 unter dem Pseudonym Mara Blum bei einem kleinen regionalen Verlag in Trier. Obwohl das Buch in dem bescheidenen Rahmen, in dem es veröffentlicht wurde, durchaus erfolgreich war, beschloss ich, nicht mehr in dieses Genre zu investieren. Gewalt zu erfinden erscheint mir angesichts der realen Vergangenheit und Gegenwart überflüssig. 

Was hat der Gewinn des Goldenen HOMER verändert?

Alles und nichts. Der Preis hat mich nicht ermutigt, weiter zu schreiben, das hatte ich schon vorher vor. Und er hat "Hexenliebe" auch nicht zu so viel mehr Bekanntheit verholfen, da viele den Preis gar nicht kennen.

Dennoch war es einer der schönsten Momente meines Lebens, diesen Preis in Leipzig zu erhalten, den ich nie vergessen werde. Und sicher hilft der Preis auch langfristig. Es gibt nicht viele Autoren, die in ihrer Vita stehen haben, dass bereits ihr erstes Werk einen solchen Preis gewann.

Wovon handelt Ihr neuer Roman "Blut und Seide"?

Die Kerngeschichte handelt von einer Fehde am Ende des 13. Jahrhunderts und kreist um den Bad Kreuznacher „Helden“ Michel Mort. Das Buch spielt an vielen Schauplätzen in der Region, in der ich lebe. Da die Fehde allein keinen Roman gefüllt hätte, gibt es eine Reihe weiterer Motive, die ich bei meinen Recherchen entdeckte. Dazu gehört die Stellung der Frau, vor allem in der Ehe, die Korruptheit der Herrschenden, u.a. des ersten Habsburger Königs Rudolf, und das Rittertum mit seinen Gebräuchen und Sitten sowie seinen Auswüchsen ("Raubrittertum"). Mehr möchte ich an dieser Stelle noch nicht verraten. Das Buch wird am 2. November bei Knaur erscheinen.

Woher kommt der Titel "Blut und Seide"?

Das Mittelalter war eine sehr widersprüchliche Zeit. Einerseits gehörte Gewalt zum Alltag der Menschen. Fehden zwischen Nachbarn waren die Regel, ebenso grausame Strafen für selbst kleine Verfehlungen. Das Toleranzniveau gegenüber Gewalt war bei den Menschen weit höher als heute. Das symbolisiert das "Blut" im Titel.

Andererseits war es eine Zeit voller hehrer Ideale, die sehr viel mit den christlichen Werten Mitmenschlichkeit und selbst Demut und Bescheidenheit gemein hatten. Es wird auch Menschen gegeben haben, die wirklich nach diesen Werten lebten, nicht nur in meinem Buch. Daher rührt die "Seide".

Wie finden Sie Ihre Romanideen?

Die Ideen finden mich. Ich hoffe, ich kann weiterhin Bücher schreiben, die von Geschichten aus meiner Heimat Rheinland- Pfalz handeln. Da kenne ich die Schauplätze häufig von Ausflügen und Wanderungen. Wichtig ist mir, dass das Buch auf einer wahren Begebenheit beruht und da herrscht in Eifel und Hunsrück, an Rhein, Mosel und Nahe wahrlich kein Mangel an faszinierendem Stoff.

Können Sie sich vorstellen, nur noch zu schreiben?

Grundsätzlich ja, aber das steht im Moment noch nicht zur Debatte. Ich liebe meinen Beruf als Beraterin und will meine Kunden und Projekte nicht im Stich lassen. Allerdings möchte ich mir in Zukunft etwas mehr Zeit zum Schreiben verschaffen, als es jetzt noch der Fall ist. 

War es schwer, einen Verlag zu finden?

Ja und nein. Ich hatte das unwahrscheinliche Glück, einen motivierten und darüber hinaus überaus erfolgreichen Literaturagenten zu gewinnen. Er verkaufte „Hexenliebe“ binnen 2 Wochen an Knaur. Auf die meisten meiner Bewerbungen erhielt ich allerdings nie eine Antwort.

Was möchten Sie neuen Autoren mitgeben?

Vor allem, nicht aufzugeben. Als ich einmal sehr verzweifelt war, schrieb ich an Rebecca Gablé und schüttete ihr mein Herz aus. Ich erwartete gar keine Antwort, doch sie kam. Sie ermutigte mich, weiterzumachen. Am nächsten Tag begann ich mit den Recherchen zu „Hexenliebe“. 
Neulingen empfehle ich allerdings einen Schreibkurs. Das hilft ungemein, einige einfache Tricks und Kniffe zu lernen, z.B. wie man aus einer Idee einen erfolgreichen Plot macht. Talent und Motivation allein genügen nicht. Man muss auch ein paar Grundlagen beachten.

Anbei ein Link zu einem sehr erfolgreichen "Schreibcoach", dem ich sehr viel zu verdanken habe. www.kreatives-schreiben.net