Häufige Fragen und Antworten

Warum heißt Ihr erster Roman "Hexenliebe"?

Da es schon viele Bücher über Hexenverfolgung gibt, suchte ich nach einem Titel, der drei Voraussetzungen erfüllt:

kurz und einprägsam

das Wort "Hexe" soll auftauchen, damit jeder weiß, worum es geht

der Titel soll ein Motiv des Romans aufgreifen.

Eines Morgens schoss mir durch den Kopf, wie schade es ist, dass ich das Buch nicht "Die Liebe in Zeiten des Hexenwahns" nennen kann, da ich dann arg von Gabriel Garcia Màrquez "Liebe in Zeiten der Cholera" geklaut hätte. Und daraus entstand dann "Hexenliebe".

Der Arbeitstitel wurde weder von meiner Agentur noch von Knaur je in Frage gestellt.

Wann schreiben Sie neben Ihrem anstrengenden Beruf als Unternehmensberaterin noch solche komplexen Romane?

Bis zum letzten Jahr war Schreiben tatsächlich eher Hobby für mich als Berufstätigkeit. Aber dann kam mit meinem zweiten Verlag Goldmann der ganz große Erfolg. Seither reduziere ich meine Tätigkeit als selbstständige Beraterin.

Schreiben bleibt für mich allerdings nach wie vor die reine Freude. Nur das ganze "Drumherum" wird langsam richtig Arbeit.

War „Hexenliebe“ Ihr erstes Buch?

Nein. Wie einige andere Schriftsteller, die Historische Romane schreiben, habe auch ich mich als erstes an einem Thriller versucht. Er heißt „Kinderjäger“ und erschien 2008 unter dem Pseudonym Mara Blum bei einem kleinen regionalen Verlag in Trier. Obwohl das Buch in dem bescheidenen Rahmen, in dem es veröffentlicht wurde, durchaus erfolgreich war, beschloss ich, nicht mehr in dieses Genre zu investieren. Gewalt zu erfinden erscheint mir angesichts der realen Vergangenheit und Gegenwart überflüssig. 

Was sind die größten Erfolge Ihrer Schriftstellerlaufbahn?

Der erste unglaubliche Moment war, als ich im März 2015 für "Hexenliebe" den Literaturpreis Goldener HOMER gewann.

Dem in nichts nach steht, dass mein erstes Goldmann-Buch "Das Weingut: In stürmischen Zeiten" es dreimal auf die Spiegel-Bestseller-Liste geschafft hat. Vom ersten Mal erfuhr ich aufgrund einer Serverstörung 24 Stunden später, als man mich benachrichtigt hatte, und wunderte sich natürlich darüber, dass ich so gar nichts von mir hören ließ.

Als ich die verspäteten Mails dann sah, war mein Schrei sicherlich in der ganzen Straße zu hören. Und meine Kehle war rau wie Sandpapier.

Warum nennen Sie sich bei Goldmann Marie Lacrosse?

Als sich Goldmann im Sommer 2017 entschloss, die beiden Bände des "Weinguts" zu kaufen, war ich noch eine relativ unbekannte, sog. "Midlist-Autorin". So nennt man Schriftsteller, für deren Bücher es von Seiten des Verlags wenig oder gar kein Marketing gibt und die sich dann natürlich auch nicht allzu gut verkaufen.

Goldmann hatte jedoch von vorneherein vor, mich als Autorin größer herauszubringen. Daher war "Marie Lacrosse" fast ein Jahr lang ein "geschlossenes Pseudonym". Man wollte mich sozusagen "neu erfinden".

Überraschenderweise wurde dann aber schon "Die Frauenburg" ein großer Erfolg. Und deshalb entschloss sich Goldmann, das Pseudonym noch vor dem Erscheinungstermin zu öffnen.

 

 

Wie finden Sie Ihre Romanideen?

Die Ideen finden mich.

Die Kerngeschichten zu "Hexenliebe", "Blut und Seide", "Die Frauenburg" und "Die Rose des Herzogs" fand ich eher zufällig und entdeckte bei allen Büchern, dass eine sehr vielschichtige, faszinierende Zeit und Geschichte dahinter steckt.

Die Hauptmotive des 1. Bandes "Das Weingut: In stürmischen Zeiten", nämlich die Bigotterie des Großbürgertums und der Deutsch-Französische Krieg, begannen mich sofort zu interessieren, als ich mich näher damit beschäftigte. Hier entstand der Plot quasi während meiner Recherchen.

 

Wie unterscheiden sich Marita Spang und Marie Lacrosse?

Eigentlich nur durch die Themen, für die ich jeweils stehe:

Bei Knaur sind es seit der "Frauenburg" die vergessenen Frauenschicksale, die ich wieder ins Gedächtnis rufe.

Bei Goldmann sind es Gesellschaftsdramen ab der Mitte des 19. Jahrhunderts.

 

 

 

War es schwer, Ihre Verlage zu finden?

Ja und nein. Ich hatte das unwahrscheinliche Glück, einen motivierten und darüber hinaus überaus erfolgreichen Literaturagenten zu gewinnen.

Er verkaufte meinen ersten Roman „Hexenliebe“ 2012 binnen 2 Wochen an Knaur.

Später gewann er dann Goldmann für die "Weingut-Saga".

Auf die meisten meiner ursprünglichen Bewerbungen erhielt ich allerdings nie eine Antwort.

Was möchten Sie neuen Autoren mitgeben?

Vor allem, nicht aufzugeben. Als ich einmal sehr verzweifelt war, schrieb ich an Rebecca Gablé und schüttete ihr mein Herz aus. Ich erwartete gar keine Antwort, doch sie kam. Sie ermutigte mich, weiterzumachen. Am nächsten Tag begann ich mit den Recherchen zu „Hexenliebe“. 
Neulingen empfehle ich allerdings einen Schreibkurs. Das hilft ungemein, einige einfache Tricks und Kniffe zu lernen, z.B. wie man aus einer Idee einen erfolgreichen Plot macht. Talent und Motivation allein genügen nicht. Man muss auch ein paar Grundlagen beachten.

Anbei ein Link zu einem sehr erfolgreichen "Schreibcoach", dem ich sehr viel zu verdanken habe. www.kreatives-schreiben.net